Merlin The Green

Methodik & Qualitätsprüfung

Wie Merlin Bilder verarbeitet, Ergebnisse begrenzt und Fehler sichtbar macht

So arbeitet das Werkzeug

Eine Analyse wird erst wertvoll, wenn ihre Grenzen sichtbar sind.

Merlin The Green erzeugt keine Messung und keine botanische Diagnose. Das System bereitet ein freiwillig hochgeladenes Foto technisch auf, fordert eine konservative Einordnung sichtbarer Merkmale an und gibt das Ergebnis in festen Feldern zurück. Diese Seite dokumentiert den tatsächlichen Ablauf, die eingebauten Kontrollen und die Punkte, an denen weiterhin menschliche Prüfung nötig ist.

Vom Foto zur strukturierten zweiten Meinung

  1. Datei und Bildinhalt prüfenAkzeptiert werden JPEG, PNG und WebP bis zur konfigurierten Grenze von derzeit 8 MB. Der Server prüft den tatsächlichen Bildtyp, eine Mindestgröße von 320 × 320 Pixeln und eine Obergrenze von 40 Megapixeln. Eine passende Dateiendung allein genügt nicht.
  2. Aufnahme neu erzeugenDas gelesene Bild wird auf höchstens 2048 Pixel Kantenlänge verkleinert und als neues JPEG kodiert. Dadurch werden ursprüngliche EXIF-Metadaten nicht in die Analysedatei übernommen. Die temporäre Verarbeitung findet im Arbeitsspeicher statt; das Foto wird nicht in Merlins Datenbank oder eine öffentliche Galerie geschrieben.
  3. Aufgabe klar trennenDer Pflanzenmodus betrachtet Übersicht, Blätter, Blüten und sichtbare Verteilungen. Der Trichommodus ist nur für Makros gedacht, auf denen einzelne Drüsenköpfe wirklich aufgelöst sind. Ein unscharfes Nahbild wird durch die Wahl des Trichommodus nicht genauer.
  4. Freiwilligen Kontext ergänzenSorte, Medium und eigene Notizen können die Fragestellung verständlicher machen. Sie bleiben ungeprüfte Angaben und dürfen sichtbare Widersprüche im Foto nicht überstimmen.
  5. Konservative Analyse anfordernDas konfigurierte Bildmodell erhält Foto, Modus, Sprache und freiwilligen Kontext. Die Anfrage verwendet store: false. Der Auftrag verlangt sichtbare Belege, eine niedrigere Bildsicherheit bei schlechtem Fokus oder Licht und verbietet sichere Behauptungen zu Schimmel, Schädlingen oder Krankheiten aus nur einem Foto.
  6. Antwort technisch begrenzenMerlin übernimmt nur definierte Ergebnisfelder: Entwicklungsstufe, Reifeeinordnung, Bildsicherheit, mögliche Zeitfenster, Trichomanteile, Zusammenfassung, sichtbare Hinweise und Risiken. Zahlen werden auf erlaubte Bereiche begrenzt, Listen gekürzt und unbekannte Entwicklungsstufen als nicht sicher bestimmbar ausgegeben.
  7. Ergebnis am Original prüfenDie Ausgabe wird erst durch den Vergleich mit Pflanze, Verlauf und nicht sichtbaren Bedingungen brauchbar. Eine hohe Bildsicherheit bedeutet nur, dass die Aufnahme für die Aufgabe verwertbar erscheint. Sie ist kein unabhängig gemessener Genauigkeitswert.

Was wir technisch prüfen – und was noch nicht bewiesen ist

Eingabegrenzen

Dateityp, Dateigröße, Pixelmaße und tatsächliche Lesbarkeit werden serverseitig geprüft. Nicht verarbeitbare Bilder erreichen den Analyseschritt nicht.

Fehlerpfade

Fehlende, ungültige oder nicht auswertbare Antworten führen zu einer verständlichen Fehlermeldung statt zu einem erfundenen Ergebnis. Bei einem technischen Fehlschlag soll eine reservierte Analyse nicht verloren gehen.

Ausgabeform

Das Backend normalisiert Stufen, Prozentwerte, Zeiträume und Listen. Diese Kontrolle verhindert unzulässige Werte, bestätigt aber nicht die botanische Richtigkeit der Aussage.

Datengrenzen

Fotos werden nicht dauerhaft in Merlin gespeichert. Kosten- und Quota-Daten enthalten keine Bildkopie; freiwillige Fehlermeldungen aus der App übertragen das angezeigte Ergebnis, aber nicht erneut das Foto.

Noch kein Labor-Benchmark

Merlin verfügt derzeit über keinen repräsentativen, unabhängig annotierten Datensatz mit Labor- oder Mikroskop-Referenzwerten. Deshalb veröffentlichen wir keine angebliche Diagnosequote oder garantierte Erntegenauigkeit.

Keine automatische Selbstverbesserung

Eine gemeldete Ausgabe wird nicht ungeprüft zum Training verwendet. Meldungen helfen, wiederkehrende Fehler zu erkennen und Regeln, Oberfläche oder Modellkonfiguration kontrolliert zu überarbeiten.

Sechs bekannte Fehlerquellen

Farbverschiebung

Violette Grow-LEDs, automatischer Weißabgleich und starke Nachbearbeitung verändern Grün-, Gelb- und Brauntöne. Farbe darf dann nur vorsichtig gewichtet werden.

Falsche Schärfeebene

Ein Makro kann an Blattkante oder Härchen scharf sein, während die Drüsenköpfe unscharf bleiben. Hohe Auflösung ersetzt keine passende Fokusebene.

Auswahlverzerrung

Ein einzelner besonders heller, dunkler oder reifer Bereich repräsentiert nicht automatisch die gesamte Pflanze. Mehrere Stellen und eine Übersicht reduzieren diesen Effekt.

Ähnliche sichtbare Muster

Wasserstress, Licht, Wurzelprobleme, Alterung und andere Ursachen können ähnliche Blattbilder erzeugen. Das Foto zeigt ein Muster, nicht sicher dessen Ursache.

Fehlender Verlauf

Ein Bild kennt weder Geschwindigkeit noch Richtung einer Veränderung. Vergleichbare Aufnahmen über Zeit liefern mehr Kontext als eine isolierte Momentaufnahme.

Generative Schwankung

Bildmodelle können bei ähnlichen Eingaben unterschiedlich formulieren oder plausible Details überbetonen. Sichtbare Belege und benannte Unsicherheit sind deshalb wichtiger als sprachliche Sicherheit.

Wann ein Ergebnis verworfen werden sollte

  • Die Zusammenfassung widerspricht klar dem sichtbaren Foto.
  • Einzelne Trichome sind nicht aufgelöst, trotzdem erscheinen präzise Prozentwerte.
  • Starker Farbstich oder Überbelichtung bestimmen den relevanten Bereich.
  • Ein mögliches Gesundheits- oder Sicherheitsrisiko wird als sicher ausgeschlossen.
  • Die Bildsicherheit wirkt hoch, obwohl der relevante Bereich verdeckt oder unscharf ist.
  • Die Entscheidung hängt von Laborwerten, Rechtsberatung oder medizinischer Bewertung ab.

Nachvollziehbare Grundlagen